AudioNatur

Wir können mit unserem Körper zu einer bestimmten Zeit immer nur an einem  Ort sein. In der Musik mischt man heute aber meistens so ab, als würde man gleichzeitig an zwei, drei und mehr Orten sein - z.B. gleichzeitig in einem Konzertsaal und im Freien. Dies geschieht u.a. dadurch, daß man gleich­zeitig mehrere Hall-Effekte verwendet - welche ja wesentlich vermitteln, in welche Art Raum man sich befindet. Das klingt zwar irgendwie phantastisch & toll. Tatsache jedoch ist, daß es Verwirrung stiftet und daß wir die Basis-Orientierung verlieren.

Diese Desorientierung passiert nicht gleich. Und mal so eine Produktion zu hören ist nicht weiter schlimm. Aber dadurch, daß es heute das Normale ist, daß Musik so produziert wird, hat das tiefgreifende Auswirkungen. Die Folgen davon sind nicht nur eine überall zunehmende Schwerhörigkeit sowie Tinnitus und Abstumpfungen im akkustischen Bereich. Schwerwiegender ist, daß wir unsere SelbstZentrierung verlieren und aus unserer eigenen Mitte fallen (Warum das so ist, wird beizeiten an anderer Stelle unter www.NSW.Li beschrieben).  Der Verlust unserer eigenen Mitte äußert sich in tiefgreifender Selbstunsicherheit, sich keine eigenständige & stabile Meinung bilden zu können, Unentschlossenheit, emotionaler Labilität mit der Folge von Nervosität, Neigung zu Depression, Unlust & Mangel an Antrieb, aber auch Aggressivität & Entfremdung. Und mit unserem Aus-der-Mitte-Fallen geht gleichzeitig einher, daß die Kommunikation mit anderen immer flacher wird und emotionell-seelische Tiefen immer weniger berührt werden. Da paßt das Simsen gut hinein: Gefühle werden über Smilies, vermittelt, und sonst kaum noch.

 

Dies alles sind Entdeckungen und Gedanken, die ich hier zum ersten Mal äußere und die ich so auch noch nicht gelesen/gehört habe. Es sind Entdeckungen und Überlegungen, die mit meiner Arbeit als Entwickler des Lautsprechersystems "Eternita" einher gingen. Dazu kommen meine konkreten Erfahrungen bei Beschallungen von Konzerten, Anwendungen der Eternita im Tonstudio sowie bei Ärzten & Heilpraktikern. Besonders letztere berichten wiederholt von spontanen Verbesserungen von Schwerhörigkeiten bei KlientInnen, wenn diese über NSW-Lautsprecher entsprechend gut aufgenommene & produzierte Musik - nämlich audionatürliche Musik - hörten. 

 

In selber bin im Lauf der Zeit, seit ich mit den NSW-Lautsprechern arbeite, gewissermaßen immer »hellhöriger« geworden. Das hat bei mir allerdings auch zur Folge, daß ich mit zunehmendem Tinnitus reagiere bzw. daß mir die Ohren buchstäblich zu gehen, wenn ich längere Zeit Musik höre, die mit mehreren Hall- und sonstigen Raum-Effekten überlagert ist – auch bei meinem eigenen Keyboard, wenn ich nicht aufpasse. Anders rum gehen meine Ohren aber binnen Minuten auf, wenn ich über NSW-Lautsprecher – und hierbei speziell meine ChristallSchallWandler - audionatürliche Musik höre.

 

Natürlich habe ich daher bei der Produktion von "Hallo Erde!" sehr darauf geachtet, daß in jedem Moment alle gleichzeitig hörbaren Stimmen & Instrumente immer in ein und demselben (virtuellen) Raum erklingen. Ich nenne das "audionatürlich" bzw. gemäß den Prinzipien der AudioNatur.  

Das gilt auch für Lifekonzerte, auch da achte ich inzwischen penibel auf die korrekte AudioNatur der InstrumentenWiedergabe & Beschallung.

Üblich ist jedoch leider, daß Gitarren, Keyboards, Drums usw. je eigene Halltypen verwenden, und z.B. Keyboard oft mehrere gleichzeitig. Dazu kommt dann der Hall für die Gesangsstimmen & InstrumentenMikrofone plus ein zusätzlicher Reverb auf den Gesamtmix. Das gibt dann in der Summe einen mehr oder weniger nervtötenden KlangBrei, der keine Freude mehr macht.

Alte Klassik-Aufnahmen und auch manche alten Pop- & Jazz-Aufnahmen sind demgegenüber oft deswegen so schön und wohltuend, weil die "alten Tonmeister" zumeist penibel auf solche Dinge geachtet haben und weil es zugleich noch nicht diese Fülle von Effekten gab, die einen verführt hätten.

 

Audionatürlich zu musizieren & produzieren bedeutet nun, daß man sehr wohl verschiedene Hall-Typen verwenden darf und auch, daß sich ein Hall-Typ während eines Songs verändern kann.  Denn, wenn ich z.B. von einem Raum in einen anderen gehe – z.B. vom Wohnzimmer ins Bad -, verändert sich ja auch der Hall-Typ und das manchmal sehr gravierend.

Audionatürlich zu musizieren & produzieren bedeutet einfach, daß in jedem Moment alle gleichzeitig hörbaren Stimmen & Instrumente immer in ein und demselben (virtuellen) Raum erklingen. Das ist eines der Prinzipien der AudioNatur und vordergründig das wichtigste. Was die Prinzipien der "AudioNatur" noch sind und wie sie angewandt werden können beim Aufnehmen, Abmischen, Mastern und im Lifebereich, das wird auch in einem eigenen Artikel auf www.NSW.Li beschrieben.

 

Ich hoffe, daß dieser Artikel etwas weiter weiterhilft und ich freue mich über Rückmeldungen & Anmerkungen dazu in meinem Gästebuch.

 

am 03.06.2013

 

2 Anmerkungen:

  • Mit "Hall" sind sämtliche Reverbs, Delays, Echos, Ambient-Effekte und alles derartige gemeint.
  • Jetzt gibt es meine Webseite für NSW-Lautsprecher www.QWelle.de,
    dazu einen weiterführenden Link dorthin: www.NSW.Li.
 

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